2011

KatS-Zug Gilserberg beim Zirkeltraining des DRK Kassel

Auch in diesem Jahr nahm der KatS-Zug Gilserberg wieder am Zirkeltraining für Rettungsdienst und Feuerwehr, organisiert durch das DRK Kassel am Samstag, den 07.05. teil. 13 Feuerwehrfrauen und -männer der Gemeinde machten sich mit dem LF 10/6 Lischeid und dem ELW Gilserberg gegen 6.00 Uhr auf den Weg nach Wolfhagen. Nach einer kurzen Begrüßung ging es für uns in den Stadtteil Ippinghausen, wo uns die ersten Stationen erwarteten. Aus zeitlichen Gründen absolvierte jede Feuerwehr nur 6-7 der insgesamt 13 Ausbildungsstationen.

Station 1

Landwirtschaftlicher Unfall „Person eingeklemmt"

Eine Person war mit dem Arm in die Pick-Up eines Ladewagens geraten und eingeklemmt. Der Arm musste befreit werden, wobei nach der Befreiung erst das Ausmaß der Verletzung ersichtlich wurde. Der Arm war (wie die Verletzungen an allen Stationen, sehr realistisch durch das Jugendrotkreuz Kassel dargestellt)zertümmert. Die Person musste nun bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch die Feuerwehr erstversorgt und betreut werden. Hier, wie an allen Stationen, kam uns zu Gute, das wir einen Kameraden der „First-Responder-Gruppe" dabeihatten.

 

 

Station 2

Höhenrettung

An dieser Station hatte laut Szenario ein Dachdecker bei Schweißarbeiten auf dem Bitumendach ein Feuer verursacht und schwere Brandverletzungen erlitten. Der Verletze wurde durch unseren First-Responder und den Rettungsdienst auf dem Dach versorgt und musste dann aus einer Höhe von ca. 5 m gerettet werden. Dies wurde, unter den neugierigen Augen des Rettungsdienstes, mit Hilfe des Leiterhebels durchgeführt.

Station 3

Schachtrettung

Ein Monteur eines Stromunternehmens ist bei Wartungsarbeiten in einer Grube zusammen-gebrochen. Unsere Aufgabe bestand darin, die Person möglichst schnell aus der Grube zu retten und dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung zu übergeben. Wir bauten hierzu eine Bockleiter über der Grube auf und retteten die Person (dargestellt durch eine Puppe) mit dem Brustbund über die Bockleiter.

Station 4

Forstunfall

Ein Waldarbeiter wurde bei Fällarbeiten in unwegsamen Gelände unter einem Baum eingeklemmt. Der Verletzte wurde durch unseren First-Responder und den kurz nach uns eintreffenden Rettungsdienst versorgt und dann durch uns in enger Absprache mit der Notärztin durch Anheben des Baumes befreit. Anschließend brachten wir den Verletzten in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst auf den befestigten Zufahrtsweg. Hierbei war es erforderlich, einen Abhang mit Hilfe der Steckleiter sicher begehbar zu machen, um die Trage sicher transportieren zu können.

 

Station 5

Verkehrsunfall

An dieser Station waren wir auf uns allein gestellt. Nach einem Verkehrsunfall war der Rettungsdienst mit der Versorgung des verletzten Säuglings (Puppe) beschäftigt. Unsere Aufgabe war die Betreuung und Befreiung der verletzten Fahrerin. Unser First-Responder übernahm die Aufgabe des inneren Retters, er kniete die ganze Zeit bei der Frau im Fahrzeug und versorgte bzw. beruhigte sie. Wir befreiten die Frau währenddessen mit hydraulischem Schneidgerät. Dabei mussten wir teilweise improvisieren, da wir zum Zirkeltraining nicht die komplette Hilfeleistungsausstattung der Feuerwehr Gilserberg mitgenommen haben sondern lediglich das hydraulische Kombigerät der Feuerwehr Sebbeterode und somit u. a. nicht den Rettungszylinder zur Verfügung hatten.

Station 6

Bahnunfall

An dieser Station fanden wir einen Arbeitstriebwagen der Deutschen Bahn vor, dessen Kranausleger sich in der Oberleitung verfangen hatte. Der Fahrer des Triebwagens lag nach einem Stromschlag bewusstlos auf der Ladefläche des Triebwagens. Als erste Maßnahme galt es hier in enger Absprache mit dem Notfallmanager der Deutschen Bahn die Einsatzstelle zum Eigenschutz zu sichern, d. h. stromlos schalten und erden der Oberleitung und sicherstellen, das kein Zugverkehr mehr fährt. Danach wurde in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst die Person erstversorgt und anschließend mit der Trage durch weiterreichen vom Triebfahrzeug auf den Boden gebracht. Dieser Einsatz war für uns sicher etwas ungewöhnlich, wurde aber dennoch durch den Gruppenführer und seine Mannschaft souverän abgearbeitet.

 

Nach jeder einzelnen Übung fand eine ausführliche Besprechung mit den Beobachtern statt, die Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigten. Meist wurden wir wegen der guten Absprache mit dem Rettungsdienst und des ruhigen, sachlichen Arbeiten mit den zur Verfügung stehenden Geräten gelobt.