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Katastrophenschutzübung 02.09.2011


Katastrophenschutzübung „Itzenhain 2011“





Am Freitag, den 02.09.2011 ertönte gegen 17.30 Uhr die Sirene im Gilserberger Ortsteil Itzenhain, kurz zuvor waren Explosionsschläge zu hören, Rauch stieg aus Gebäuden auf, im Wald nahe Appenhain sah man eine Rauchsäule aufsteigen.

Glücklicherweise war dies alles nur Bestandteil einer großen Katastrophenschutzübung anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Katastrophenschutzzuges Gilserberg "Löschzug 21 Schwalm-Eder" an der 305 Einsatzkräfte mit 65 Fahrzeugen, organisiert in 12 einzelnen Feuerwehren, 5 Löschzügen des Katastrophenschutzes, darunter der Löschzug Neustadt, 1 Gefahrstoffzug, 2 Sanitätszügen des DRK, 1 Betreuungszug des Malteser-Hilfsdienstes sowie der Hundestaffel des DRK, teilnahmen. Für eine perfekte Darstellung sorgten 80 Helfer um das Organisationsteam der FFw Itzenhain/Appenhain (Steffen Schmitt, Jens Schömann, Daniel Dippel und Oliver Neuwirth), darunter die Pyrotechnikgruppe des Kreises Bergstraße sowie die Notfalldarstellung des Jugendrotkreuzes mit Unterstützung der Jugendfeuerwehren Gilserberg und Itzenhain).

 Als Übungsszenario wurde ein lokales, heftiges Sommergewitter mit Orkanböen über Itzenhain, Appenhain und Bellnhausen angenommen. Die Einsatzkräfte hatten zeitgleich 10 verschiedene aus diesem Gewitter entstandene Schadenlagen abzuarbeiten. Es galt explodierende Gasflaschen unter Kontrolle zu bekommen, Personen aus verrauchten Gebäuden sowie eingeklemmte Personen aus brennenden PKWs zu retten sowie eine vermisste Jugendgruppe im Wald zu finden. Neben der Rettung eines abgestürzten Fallschirmspringers aus einer Baumkrone und der Rettung von zwei verunfallten Forstwirten war auslaufendes Gefahrgut eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte.

Gesteuert wurden alle Einsatzkräfte im DGH Itzenhain von der Technischen Einsatzleitung Gilserberg, unterstützt durch Kameraden des KatS-Stabes Schwalm-Eder und der Informations- und Kommunikationsgruppe (IuK) der Feuerwehr Schwalmstadt.

Bei der anschließenden Nachbesprechung zeigte sich Wehrführer Oliver Neuwirth zufrieden. Ziel der Übung sei gewesen, dass alle im Ernstfall beteiligten Einheiten zusammenarbeiten und dabei Schwächen und Fehler im Ablauf erkannt werden. Nur so können die Einsatzkräfte, vom einfachen Feuerwehrmann bis zum Technischen Einsatzleiter, ihre Arbeit optimieren, um im Ernstfall der Bevölkerung schnell und professionell helfen zu können. Das bei einer Übung nicht alles glatt läuft ist klar, denn: Wir machen eine Übung, um zu üben. Könnten wir schon alles, so würden wir eine Könnung machen.

Wir bedanken uns ganz herzlich für die Unterstützung der Pyrotechnik der Kreis Bergstrasse für die sehr guten und realistischen pyrotechniken Effekte.
Bei dem 1. Zug der Feuerwehr Marburg für die Bereitstellung der Gefahrgutübungsanlage und ganz herzlich bei dem Jugendrotkreuz Biedenkopf und Kassel für den spontanen kurzfristigen Einsprung des Mimtrupps sowie bei der Jugendfeuerwehr Itzenhain, der Jugendfeuerwehr Gilserberg und bei der Reservistenkameradschaft für die gute Darstellung der Verletzten.

Vielen Dank auch den Vertretern der Presse für Ihre gute Berichterstattung, die Bilder und die Videos.

Bericht, Bilder und Video auf www.hna.de (oder als pdf)
Bericht, Bilder und Video auf www.nh24.de (oder als pdf)
Bericht und Bilder auf www.mb-media.de (oder als pdf)
Video Hessenschau  hier
Bericht und Bilder in der Bürgerzeitung der Gemeinde Gilserberg als pdf

Diese hatten die Übung bereits im Voraus angekündigt:
Ankündigung auf www.hna.de (oder als pdf)
Ankündigung in der Printausgabe der HNA als pdf
Ankündigung in der Bürgerzeitung der Gemeinde Gilserberg als pdf
Ankündigung auf www.nh24.de (oder als pdf)

Der Video AG der Carl-Banzer-Schule aus Schwalmstadt für das Filmen der einzelnen Stationen und für die Produktion einer DVD. (Diese wird sobald sie fertig käuflich zu erwerben sein, bei Interesse bitte melden unter info@feuerwehr-itzenhain.de)

Ein besonderer Dank gilt auch allen Beobachtern und Betreuern der einzelnen Einsatzstellen für Ihren Einsatz und beim Fachbereich 37 des Schwalm-Eder-Kreises bei der Unterstützung der Planung und Ausführung dieser Übung.

Allen Helfern der Einsatzabteilung und des Vereins der Feuerwehr Itzenhain/Appenhain, dem Bauhof der Gemeinde Gilserberg und Bürgermeister Lothar Vestweber ein herzliches Dank für die tatkräftige Unterstützung.

Zum Schluss noch ein Groß Lob und ein herzlicher Dank an das Planungsteam der Feuerwehr Itzenhain: Oliver Neuwirth, Jens Schömann, Steffen Schmitt und Daniel Dippel.

Einrichtung einer Technischen Einsatzleitung


Die Technische Einsatzleitung (TEL) der Gemeinde Gilserberg richtete sich mit technischer Unterstützung der IuK Gruppe der Feuerwehr Schwalmstadt im Dorfgemeinschaftshaus in Itzenhain ein.
Die Arbeit der TEL begann um 17.00 Uhr. 
In der TEL wurden alle eingehenden Einsätze koordiniert und entsprechend dem Alarmstichwort Einheiten zu den Einsatzstellen beordert.
Beratend unterstützt wurde die TEL auf Anforderung durch die Technische Einsatzleitung KatS des Schwalm-Eder-Kreises.

Die Technische Einsatzleitung war Ansprechpartner der einzelnen eingesetzten Züge und Wehren, sowie auch für die Leitstelle und IuK-Zentrale des Schwalm-Eder-Kreises.









Einrichten eines Verletztensammelplatz BHP 25 (Behandlungsplatz 25 verletze Personen)


Die zwei Sanitätszuge (Schwalm-Eder Nord und Süd) sowie der Betreuungszug Fritzlar richteten einen Verletztensammelplatz für die Größe „25 verletzte Personen“ in Form von 3 Zelten ein. Unterstützt werden die Züge durch ein Führungsfahrzeug mit Personal der Feuerwehr Schwalmstadt.
Zu dem Verletztensammelplatz wurden alle verletzen Personen transportiert, versorgt und betreut.
Unterstützt wurden die drei Züge von 2 KRKW der Bundeswehr aus Fritzlar.






































LKW Unfall mit verlorener Ladung


Ein Gefahrguttransporter wurde durch eine Windboe von der Straße gefegt, der Tank wurde beschädigt und Gefahrgut trat aus. Der Fahrer war leicht verletzt, anfangs noch ansprechbar und brach dann an der Einsatzstelle zusammen.
Ein entgegenkommendes Fahrzeug  ist beim Ausweichen ins Schleudern gekommen, hat sich überschlagen und dabei Fässer mit explosiven Stoffen verloren. Der Fahrer wurde aus dem Auto geschleudert und lag unter dem Fahrzeug. Die Person war bedingt ansprechbar.
Auf der Wiese explodieren die verlorenen Fässer. Ein weiteres Fass stand dort auf dieser Wiese und Gefahrstoff lief auch dort aus, Spritzmittelkanister lagen auf der Wiese und kleine Feuer lodern auf der Wiese.
Die aus dem Gefahrguttransporter austretende Flüssigkeit lief über die Strasse in einen kleinen angrenzenden Bach.
Immer wieder erschütterten Explosionen die Einsatzstelle































 

Vermisste Jugendgruppe im Wald, vermutlich Blitzeinschlag


Eine Kindergeburtstagsgruppe war im Interessentenwald Appenhain bei einer Schnitzeljagd von dem Sturm überrascht worden. Ein daheim gebliebenes Elternteil meldet der Leistelle das die Gruppe mobil nicht mehr erreichbar war. Der Anrufer meldete auch einen vermutlichen Blitzeinschlag im Wald. Es wurden 6 Kinder plus 1 Erwachsener vermisst.
Bei der Suche nach den Kinder entdeckte der Suchtrupp einen abgestürzten Fallschirmspringer in einer Astgabel in ca. 3,50 m Höhe hängend. Der Fallschirm hing herrunter.
Dieser wurde mittels der Steckleiter aus seiner Notlage befreit.







































Unklare Rauchentwicklung in landwirtschaftlichem Gebäude


Auf einem Hof in der Bellnhäuser Straße in Bellnhausen war es durch Blitzschlag zu einem Brand in einer Scheune gekommen. Eine starke Rauchentwicklung war zu beobachten. Der Anwohner hatte zum Zeitpunkt des Sturmes an seinem Kipper, auf dem sich Propangasflaschen befanden, hantiert. Einige Flaschen lösten sich und rollten die Ladefläche des Kippers hinunter auf den Vorplatz der Scheune und explodierten dort bei Ankunft der Einsatzkräfte.
Die sich schlagartig absenkende Hydraulik quetschte den Anwohner mit der Hand unter dem Kipper ein.
Der ersten eintreffenden Einheit aus Itzenhain sagte der Eingeklemmte, dass sich noch 2 Personen in der Scheune befinden.
Auf der Scheune war eine Photovoltaik Anlage installiert.

































































Blitzeinschlag landwirtschaftliches Gebäude


In einem weiteren landwirtschaftlichen Betrieb in Bellnhausen war es durch Blitzschlag zu einem Dachstuhlbrand gekommen, offene Flammen schlugen aus dem Dachstuhl.  Zwei Personen wurden vermisst. Dichter Rauch drang durch die Tür der Schrotkammer. Der Eigentümer kam den ersten Kräften entgegen und erzählte kurz die Lage und dass sich sein Bruder und seine Freundin noch im Gebäude befinden. er wusste jedoch nicht wo.
Während der Lösch- und Rettungsarbeiten brach das Hydrantennetz zusammen und die Einsatzkräfte mussten eine Wasserversorgung von den etwa 300 Meter entfernten Fischteichen aufbauen.






























Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person


Vor dem ehemaligen Gefrierhaus war ein Baum auf einen PKW gefallen. Eine Person konnte sich schwer verletzt aus dem Fahrzeug bereien und lag neben dem Fahrzeug auf der Strasse. Eine weitere Person war im dreitürigen Fahrzeug auf der Rückbank eingeklemmt. Aus dem angrenzenden Gefrierhaus war bereits eine Rauchentwicklung zu beobachten und ein Kind wurde dort vermisst. Hinter dem Fenster war Feuerschein zu erkennen.
Neben dem Eingang im Außenbereich hing eine junge Frau mit beiden Händen an einem unter Strom stehendem Stromkasten fest.
Beim Betreten des Gefrierhauses schlugen den Einsatzkräften Funken aus einem defekten Stromverteilerkasten entgegen.


















































Vermisste Person


Ein Landwirt wurde bei Sicherungsarbeiten auf seinem etwa 12 Meter hohem Getreidesilo vom Blitz getroffen. Die ersten eintreffenden Einsatzkräfte konnten von unten nur einen Arm des Verletzten sehen, der über die Dachkante hinausragte.


Unklare Rauchentwicklung


In einem landwirtschaftlichen Betrieb in Itzenhain auf dem Heu- und Getreideboden über dem ehemaligen Schweine- und Kuhstall war es durch Blitzschlag zu einem Schwelbrand gekommen, 2 Personen wurden vermisst. Dröhnende Brandgeräusche und das Piepsen von Rauchmeldern waren zu hören.
Rauchentwicklung aus Stallgebäude sowie Flammschein an den Fenstern waren zu sehen. Der Anwohner empfing die Einsatzkräfte und gab folgende Auskunft: Keine Tiere mehr im Stall, der Stall ist leer, allerdings kann er seinen Bruder und Freund nicht finden.
Bei dem Absuchen der einzelnen Räume entdeckten die Einsatzkräfte eine dort gelagerte Flaschenkombination mit Technischen Gasen.







Baum auf Auto


Auf dem Weg von Itzenhain nach Appenhain war ein Baum auf einen PKW gestürzt, zwei Personen waren schwer verletzt.
Der PKW stand mit dem Motorraum auf einem Baum, ein weiterer Baum lag auf der Motorhaube des Fahrzeuges. Eine Person befand sich außerhalb des Fahrzeuges neben der offenen Fahrertür, diese klagte über starke Schmerzen im Unterschenkelbereich. Die zweite Person saß auf dem Beifahrersitz und wurde im Oberkörperbereich von einem Baumast durchbohrt. Sie war nicht ansprechbar.
Bei der Anfahrt musste ein weiterer auf der Strasse liegender Baum durch die Einsatzkräfte entfernt werden, um an die Einsatzstelle zu gelangen.












Verletzter Forstarbeiter


Im ehemaligen Steinbruch Appenhain sind Waldarbeiter im unwegsamen Gelände unter umgestürzten Bäumen eingeklemmt. Zwei Personen wurden schwer verletzt.
Hilferufe drungen aus dem Wald. Nachdem die Einsatzkräfte die zwei Waldarbeiter gefunden hatten, bot sich Ihnen folgendes Bild:
Eine Person lag mit einem Bein unter einem Baum und jammert. Direkt daneben lag eine weitere Person mit einer Schnittverletzung im Bein durch Kettensäge. Die zweite Person gab zur Auskunft, dass er seinen Kollegen frei schneiden wollte und hat sich dabei ins Bein geschnitten. Die Wunde war stark blutend.









Nachbesprechung im Zelt am Sportplatz























Bilder.: M.Schmitt & Feuerwehr Itzenhain/Appenhain

Folgende Einheiten und Personen waren an dieser Übung beteiligt:

Technische Einsatzleitung Freiwillige Feuerwehr Gilserberg
Informations- und Kommunikationszentrale (IuK) des Schwalm-Eder-Kreises
Informations- und Kommunikationsgruppe (IuK) Freiwillige Feuerwehr Schwalmstadt
Technische Einsatzleitung Kats Schwalm-Eder-Kreis
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg – Itzenhain/Appenhain
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg - Schönstein
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg - Sebbeterode
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg - Heimbach
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg - Lischeid
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg - Moischeid
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg - Winterscheid
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg - Sachsenhausen
Freiwillige Feuerwehr Gilserberg - Schönau
Gefahrstoffzug der Freiwillige Feuerwehr Schwalmstadt
Katastrophenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Gemünden / Wohra
Freiwillige Feuerwehr Edertal - Mehlen
Katastrophenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Willingshausen
Katastrophenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Jesberg
Katastrophenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Oberaula
Katastrophenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Neustadt
Freiwillige Feuerwehr Neustadt - Mengsberg
Sanitätszug Nord (Gudensberg / Felsberg)
Sanitätszug Süd (Ottrau / Ziegenhain)
Betreuungszug Fritzlar
Hundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes
Notfalldarstellung des Jugendrotkreuz aus Biedenkopf, Schwalm-Eder, und Kassel
Pyrotechnische Darstellung  durch Pyrotechnik des Kreis Bergstrasse
Reservistenkameradschaft Kellerwald
Kradmelder Rot Kreuz
Freiwillige Feuerwehr der Stadt  Marburg
Bundeswehr mit 2  Krankenkraftwagen (KRKW)
Freiwillige Feuerwehr Kirchain – Großseelheim
Jugendfeuerwehr Itzenhain
Jugendfeuerwehr Gilserberg